Termin: 07. bis 09. April 2027 

Ort: Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Atrium der Alten Mensa, Johann-Joachim-Becher–Weg 3-5 (barrierefrei)

Meinungs- und Pressefreiheit sind Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften. Diese Freiheiten stehen jedoch auch in liberalen Demokratien zunehmend unter Druck – beispielsweise durch politische Instrumentalisierungen der Meinungs- und Pressefreiheit, juristische Einschüchterungen von Medienunternehmen, Angriffe auf Journalist:innen oder Strategien der Delegitimierung epistemischer Autoritäten. 

Parallel dazu haben sich öffentliche Debatten über mögliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit deutlich intensiviert. Umfragen verweisen darauf, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung das Grundrecht der Meinungsfreiheit als eingeschränkt wahrnimmt. Debatten über „Cancel Culture“, „Political Correctness“ und Konflikte um Redefreiheit an Universitäten sowie über bestimmte Themen wie Gendern werden polarisiert und intensiv geführt. 

Bekanntermaßen sind Meinungs- und Pressefreiheit jedoch nicht ohne Schranken. Regulierungsmaßnahmen – etwa zur Eindämmung von Hassrede und gezielten Desinformationskampagnen – werden vielfach, auch in der Bevölkerung, als notwendig erachtet, um marginalisierte Gruppen zu schützen und demokratische Diskurse zu sichern. Plattformbetreiber, deren Fokus auf ökonomischen und auch politischen Interessen liegt, sowie andere kritische Stimmen warnen jedoch davor, dass solche Eingriffe zu einer Verengung des Meinungskorridors führen, unliebsame Positionen marginalisieren und langfristig die Vielfalt öffentlicher Debatten beeinträchtigen könnten.

Die Inanspruchnahme von Meinungs- und Pressefreiheit ist entsprechend mit einer gewissen Verantwortung verbunden. Dies gilt neben den Techunternehmen sowohl für individuelle Bürger:innen als auch für publizistische, journalistische und politische Akteur:innen. Für journalistische und alternative Medienorganisationen stellt sich die Frage nach professionellen Standards oder der Herstellung von Transparenz unter Bedingungen ökonomischen Drucks und digitaler Beschleunigung. Politische Akteur:innen prägen durch Sprache oder Themenwahl maßgeblich öffentliche Diskurse und tragen besondere Verantwortung für die Wahrung demokratischer Normen und Werte. Auch Bürger:innen beeinflussen durch ihr Kommunikationsverhalten in digitalen und analogen Debatten aktiv die Herstellung und Qualität von Öffentlichkeit. 

Die Tagung widmet sich diesen Spannungsfeldern aus der Perspektive aller Akteursgruppen der politischen Kommunikation. Das Ziel ist es, theoretische Zugänge ebenso wie empirische Befunde zu diskutieren und die Auswirkungen aktueller Entwicklungen auf demokratische Öffentlichkeiten kritisch zu reflektieren.

In diesem/n Panel(s) sollen thematisch vielfältige, aktuelle Beiträge aus den Forschungsfeldern Kommunikationspolitik und politische Kommunikation abseits des Tagungsthemas vorgestellt werden. Die eingereichten Beiträge sollten durch eine hohe Innovationsfähigkeit für die Forschungsfelder der Fachgruppe gekennzeichnet sein.

Vorschläge für Vorträge können bis zum Montag, den 23.11.2026 als Extended Abstracts über das ConfTool eingereicht werden. Gebeten wird um theoretische, empirische und/oder methodische Beiträge. Bitte geben Sie den Schwerpunkt, der Ihrer Einreichung zuzuordnen ist, bei der Einreichung an. Der Einreichungslink wird ca. zwei Monate vor der Einreichungsfrist veröffentlicht.

Die Einreichung umfasst zwei separate Dateien:

Bitte halten Sie folgende Sachverhalte auf der Titelseite ausdrücklich fest:

  • Der Beitrag ist nicht bereits publiziert oder auf einer wissenschaftlichen Tagung präsentiert worden.
  • Jede:r Erstautor:in erklärt sich bereit, mindestens zwei Beiträge zu begutachten, die ebenfalls zu dieser Tagung eingereicht wurden. Halten Sie bitte an dieser Stelle auch fest, welche inhaltlichen Schwerpunkte und methodischen Zugänge jede:r Autor:in begutachten kann.
  • Nur bei empirischen Beiträgen: Die Datenerhebung ist bereits abgeschlossen. Einreichungen, die einen Ausblick auf erwartete — jedoch noch nicht vorliegende Daten und Befunde — geben, werden nicht ins Peer-Review geschickt. Eine Ausnahme stellen präregistrierten Studien dar; diese werden begutachtet, sofern der Link zur Präregistrierung angegeben wird und das Projekt sich wenigstens in der Datenerhebungsphase befindet.
  • Zuordnung des Beitrags zu einem der drei Schwerpunkte oder dem Offenen Panel.
  • Falls dies zutrifft, vermerken Sie bitte: „An dieser Einreichung haben ausschließlich nicht-promovierte Autor:innen mitgewirkt.“

anonymisiert, 800 bis 1.000 Wörter exklusive Literaturliste, Tabellen, Abbildungen

Einreichungen sind in deutscher und englischer Sprache möglich.

Folgende Kriterien werden bei der Auswahl der Beiträge herangezogen:

  • Bezug zum Tagungsthema,
  • Güte der theoretischen Fundierung,
  • Relevanz der Fragestellung,
  • Relevanz der Ergebnisse,
  • Angemessenheit der Vorgehensweise sowie Klarheit und Prägnanz der Darstellung.

Die Ergebnisse des Double Blind Peer-Review-Verfahrens, für welches sich Erstautor:innen durch eine Einreichung verpflichten, werden Ende Januar 27 bekannt gegeben. Für den Fall, dass mehr Beiträge positiv begutachtet werden als in den Vortragspanels eingeplant werden können, werden einige Einreichungen im Rahmen einer Poster-Session vorgestellt.

Basierend auf den Bewertungen der eingereichten Abstracts zeichnet die Fachgruppe den am besten bewerteten Beitrag als „Top Contribution“ aus. Hierfür qualifizieren sich alle eingereichten Beiträge, auch die für das bzw. die offene(n) Panel(s). Zudem wird das am besten bewertete Abstract, dessen Erstautor:in zum Zeitpunkt der Einreichung nicht promoviert ist, als „Top Student Contribution“ ausgezeichnet. Sollte es sich dabei um das beste Abstract unter allen eingereichten Beiträgen handeln, wird der zweitplatzierte, von einer:m nicht-promovierten Erstautor:in eingereichte Beitrag als „Top Student Contribution“ ausgezeichnet und der erstplatzierte als „Top Contribution“.

Informationen zur Anmeldung folgen.

Die Tagung findet auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität statt (barrierefrei)

Alte Mensa (Atrium)
Johann-Joachim-Becher-Weg 5
55128 Mainz Johannes Gutenberg-Universität
(Campusplan)

Der Campus ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.
Detaillierte Anreiseinformationen zum Campus finden Sie hier.